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Ein weiß-braunes Meerschweinchen schaut aus seinem Holzhäuschen hervor.

Kräuter für Meerschweinchen: Was ist sinnvoll, was nur gelegentlich?


Kaum raschelt eine Tüte oder die Kühlschranktür geht auf, beginnt im Gehege schon das erwartungsvolle Quieken. Doch welche Kräuter dürfen Meerschweinchen regelmäßig fressen – und bei welchen Sorten ist Zurückhaltung sinnvoll? Mit einer abwechslungsreichen Auswahl und der richtigen Menge bringst du natürliche Vielfalt in den Speiseplan, ohne die empfindliche Verdauung unnötig zu belasten.

So setzt du Kräuter in der Meerschweinchen-Fütterung richtig ein

Meerschweinchen ernähren sich rein pflanzlich und nehmen über den Tag verteilt immer wieder kleine Mahlzeiten auf. Die wichtigste Grundlage ist deshalb hochwertiges Heu beziehungsweise Gras, das jederzeit verfügbar sein sollte. Ergänzt wird es durch frisches Grünfutter und eine kleine Menge eines speziell für Meerschweinchen geeigneten Futters. Kräuter sorgen für unterschiedliche Geschmäcker und Strukturen, ersetzen diese Basis aber nicht. Besonders wichtig: Meerschweinchen können Vitamin C nicht selbst bilden und müssen es täglich über ihre Nahrung aufnehmen.

Diese Kräuter eignen sich für regelmäßige Abwechslung

Zu den für Meerschweinchen geeigneten Küchen- und Gartenkräutern zählen beispielsweise:

  • Basilikum
  • Dill
  • Koriander
  • Minze
  • Melisse
  • Fenchelgrün
  • Spitzwegerich
  • Himbeer- und Brombeerblätter

Auch Löwenzahn, Schafgarbe und weitere sicher bestimmte Wiesenpflanzen können den Speiseplan bereichern. Entscheidend ist jedoch nicht, jeden Tag dasselbe Kraut anzubieten. Besser ist eine wechselnde Mischung aus mehreren geeigneten Sorten. So wird die Fütterung vielseitiger und dein Meerschweinchen kann unterschiedliche Düfte, Geschmäcker und Pflanzenstrukturen kennenlernen.

Welche Kräuter sollten Meerschweinchen nur gelegentlich bekommen?

Petersilie ist bei vielen Meerschweinchen sehr beliebt und liefert unter anderem Vitamin C. Sie besitzt allerdings auch einen vergleichsweise hohen Calciumgehalt. Deshalb sollte sie nicht täglich in großen Mengen im Napf landen, sondern nur einen kleinen Bestandteil einer abwechslungsreichen Mischung bilden. Das gilt besonders für Tiere, die bereits Probleme mit Blase oder Harnwegen haben. In diesem Fall solltest du die Fütterung mit einer meerschweinchenerfahrenen Tierarztpraxis abstimmen.

Sehr aromatische Kräuter wie Thymian, Oregano und Rosmarin sind grundsätzlich für Meerschweinchen geeignet. Aufgrund ihres intensiven Geschmacks empfiehlt es sich jedoch, sie nur in kleinen Portionen mit milderen Kräutern und Blättern zu kombinieren.

Getrocknete Kräuter sind vor allem im Winter oder als Ergänzung zum vorhandenen Frischfutter praktisch. Gib sie in überschaubaren Mengen zum Heu oder mische verschiedene Blätter und Kräuter miteinander. Sie sollten nicht den Platz von frischen, Vitamin-C-reichen Futtermitteln einnehmen.

Neue Kräuter immer langsam einführen

Vielleicht hast du eine neue Kräutermischung entdeckt und möchtest deinen Meerschweinchen direkt eine große Portion anbieten. Gerade bei unbekanntem Futter ist weniger jedoch zunächst mehr. Beginne mit einer kleinen Menge und beobachte, ob deine Tiere das neue Kraut gut vertragen. Größere Futterumstellungen sollten schrittweise erfolgen, da abrupte Veränderungen zu Verdauungsproblemen führen können.

Verändert sich der Kot deutlich oder frisst eines deiner Meerschweinchen plötzlich weniger, solltest du nicht einfach abwarten. Eine ausbleibende Futteraufnahme kann bei Meerschweinchen schnell zu einem ernsten gesundheitlichen Problem werden und sollte tierärztlich abgeklärt werden.

Diese Pflanzen gehören nicht in den Napf

Nicht alles, was im Kräuterbeet oder auf der Wiese wächst, ist für Meerschweinchen geeignet. Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch sollten nicht verfüttert werden. Sammle Wildkräuter außerdem nur, wenn du sie zweifelsfrei bestimmen kannst. Straßenränder, gespritzte Flächen und Orte, an denen häufig Hunde unterwegs sind, eignen sich nicht zum Sammeln.

Die einfache Grundregel lautet daher: Heu bildet die Basis, frisches Grün liefert wichtige Nährstoffe und Kräuter sorgen in kleinen, wechselnden Portionen für natürliche Abwechslung.